Mittwoch 19.07.2017 19:30
Abt. 2 Südende

In Würde sterben im Spannungsfeld zwischen Medizin, Ethik und Recht

Mit Dr. jur. Birgit Posselt

Der Umgang mit dem Sterben unterliegt seit Jahren einem Wandel, nicht nur in der öffentlichen und politischen Diskussion, sondern auch in der rechtlichen, medizinischen und ethischen Anschauung. Während früher der absolute Lebensschutz im Vordergrund stand, ist spätestens mit dem Inkrafttreten des Patientenverfügungsgesetzes die Autonomie des Einzelnen zum zentralen Begriff der Rechtsprechung und kontrovers geführten Debatte um die Grenzen der zulässigen Sterbehilfe geworden. Um einer drohenden Kommerzialisierung des Todes entgegenzuwirken, hat der Gesetzgeber zuletzt die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung unter Strafe gestellt. Trotz dieser gesetzlichen und höchstrichterlichen Vorgaben bleibt jedoch die rechtliche Beurteilung schwierig, welche Formen der Hilfe zum Sterben im Einzelfall erlaubt sind. Besondere Aufmerksamkeit und ein geteiltes Echo erlangte jüngst eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (3 C 19.15), wonach der Staat in „extremen Ausnahmefällen“ den Zugang zu einem verschreibungsfähigen Betäubungsmittel nicht verwehren darf, das einem schwer und unheilbar kranken Patienten eine würdige und schmerzlose Selbsttötung ermöglicht.

Moderation: Melek Henze

DRK, Klingsorstraße 4, 12167 Berlin

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