100 Jahre Internationaler Frauentag am 8. März

08.03.2010: Von Ulrike Neumann, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion

Zum Jubiläum erklärt die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses, Ulrike Neumann:

"Der Internationale Frauentag hat eine lange Tradition. Er entstand im Kampf um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen. Initiiert durch Clara Zetkin (1857-1933) fand der erste Internationale Frauentag am 19. März 1911 statt. Schon damals wurden gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit sowie die Festsetzung von Mindestlöhnen gefordert. Diese Forderungen haben bis zum heutigen Tag nicht an Aktualität verloren.

Vielerorts auf unserem Globus haben Frauen weder 'Brot noch Rosen'. Hierzulande haben Frauen das Wahlrecht und formal auch die Gleichstellung erstritten, doch spätestens im Zuge der Familienplanung ist es mit der Gleichheit oftmals vorbei. Die Emanzipation kommt voran wie eine Schnecke auf Glatteis, sagte Willy Brandt einmal.

1994 wurde dem Gesetzgeber mit der Ergänzung in Artikel 3 Absatz 2 unmissverständlich der Auftrag erteilt, überall dort tätig zu werden, wo Frauen benachteiligt und diskriminiert werden. Und Artikel 10 der Berliner Verfassung ist in dieser Hinsicht noch deutlicher!

Wir kommen unserer Gleichstellungsverpflichtung aktuell dadurch nach, indem wir u. a.

  • das Landesgleichstellungsgesetz (LGG) weiter konkretisieren und die Ausführungs-bestimmungen des Gesetzes noch transparenter machen werden
  • bei der Anwendung des Gender Budgeting als Steuerungsinstrument für eine gerechte
  • Geschlechterpolitik im In- und Ausland Vorbild sind
  • mit dem Programm zur Förderung von Chancengleichheit in Forschung und Lehre die
  • Erhöhung des Frauenanteils in der Wissenschaft stetig weiter voranbringen und damit bundesweit eine Spitzenposition einnehmen.

Dennoch bleibt viel zu tun. Neben dem Internationalen Frauentag gibt es noch weitere Gedenktage wie den Equal Pay Day, den Girls' Day, den Tag gegen Gewalt an Frauen oder den Todestag von Hatun Sürücü, die uns mahnen, im Kampf für Frauenrechte als Menschenrechte nicht nachzulassen.

Die tatsächliche Gleichstellung kann durch Gesetz und Diskriminierungsverbot allein aber nicht erreicht werden. Auch in den Köpfen muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass Frauen gleiche Rechte haben. Erst wenn die Frauen überall auf der Welt an 365 Tagen im Jahr ihr Recht bekommen, können wir feiern. Das 100. Jubiläum des Frauentages ist immer noch ein Kampftag."

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