Verkehrpolitik für alle
02.07.2010: Die aktuellen verkehrspolitischen Projekten im Bezirksamt - von Uwe Stäglin (Bezirksstadtrat)
Alleine ein Blick am Wochenende in die Straßen der Stadt hat gezeigt: Stadtverkehr ist mehr als motorisierter Verkehr, das ist auch der Fußgänger- und Fahrradverkehr. Und diesen gilt es wie auch den öffentlichen Personennahverkehr zu stärken. Im Interesse alle Bewohner Berlins, im Interesse der Stadtqualität, der Umwelt und der Verkehrssicherheit.
Ich habe daher als Baustadtrat in dieser Wahlperiode erstmals einen „Runden Tisch Fahrradverkehr“ eingerichtet, an dem Vertreterinnen und Vertreter von Fahrradverbänden und –initiativen mit denen aus der Bezirksverwaltung aktuelle Planungen und Probleme zum Fahrradverkehr besprechen.
Aus den Sitzungen des Runden Tisches heraus habe ich eine Arbeitsgruppe mit der Erstellung eines bezirklichen Nebenroutennetzes für den Fahrradverkehr beauftragt. Dieses soll das Berliner Radroutennetz aus Steglitz-Zehlendorfer Sicht ergänzen. In mehreren Sitzungen und Probeberadlungen wurde ein Konzept erstellt, das noch in diesem Sommer in das Bezirksamt und dann die Bezirksverordnetenversammlung eingebracht werden wird.
In diesem Sommer wird auch noch die BVG an den im Bezirk gelegenen U-Bahnhöfen eine Vielzahl neuer Fahrradbügel bauen. Auch die S-Bahn hat Planungen für eine Ergänzung an den S-Bahnhöfen.
Um sich bei Fahrradabstellanlagen nicht nur auf die Bahnhöfe zu konzentrieren, hat die BVV auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, dass das Bezirksamt ein Konzept für neue Fahrradabstellanlagen im Bezirk erarbeiten soll. Wenn Sie dazu Vorschläge haben, reichen Sie diese bitte an den Fachbereich Tiefbau weiter, der auch auf dem Radaktionstag des Bezirks am 25.06.2010 Hinweise dazu gesammelt hat. Das sind nicht immer große Projekte, wie der geplante Austausch der alten sogenannten „Felgenkiller“ am S-Bahnhof Zehlendorf in neue Bügel. Das können kleine Maßnahmen wie das Aufstellen von Fahrradbügeln an der Endhaltstelle der Buslinie 115 in Düppel oder der Austausch der „Felgenkiller“ in Bügel am Rathaus Zehlendorf sein.
Da zum „Umweltverbund“ – so ein Begriff aus der Verkehrsplanung – nicht nur Fahrradfahrer gehören, habe ich entschieden, dass im Rahmen der Tiefbauunterhaltung, also den finanziellen Mitteln, mit denen der Bezirk Straßen und Wege instand halten muss, 10 % der Mittel für die Themen Fahrradverkehr, Fußgänger und Barrierefreiheit eingesetzt werden. Für dieses Jahr ist der Austausch der Fliesen im Durchgang am S-Bahnhof Zehlendorf geplant, so dass eine große Rutschgefahr beseitigt wird. Aus diesen Mitteln werden auch Bordsteigabsenkungen gebaut, Fahrradbügel finanziert und kleiner Abschnitte an Radwegen ausgebessert. Hier setze ich auch auf Hinweise aus der Bevölkerung. Bei Maßnahmen zur Barrierefreiheit sind es z.B. die Hinweise der Bezirksbehindertenbeauftragten oder aus dem Bezirksbehindertenbeirat, die zu konkreten Maßnahmen führen.
Auch die Freigabe von Wegen für Fahrradfahrer in Grünanlagen erfolgte auf Basis einer Befragung. Die Umsetzung hat dann aber auch berücksichtigt, dass auch die Fußgänger in den Grünanlagen ihren Platz haben wollen und beanspruchen können.
Sie sehen: Im Bezirksamt und der BVV setzen in Steglitz-Zehlendorf Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten deutliche Akzente für den Fahrradverkehr. Wir wollen an dem Thema weiterarbeiten und freuen uns daher auch über Ihre Hinweise. Nutzen Sie den Fragebogen, der dafür erstellt wurde, und über dessen Ergebnisse wir im Herbst mit Ihnen diskutieren wollen.
Ihr Uwe Stäglin
Bezirksstadtrat für Bauen, Stadtplanung und Naturschutz und stellv. Bezirksbürgermeister




